| | Hallo Herr Kollege, bin zufällig auf Ihre Seite gestoßen (Suche zum Begriff "Narzissmus") und habe mich an einem (bislang nur kleinen) Teil der reichhaltigen und anregenden Materialien erfreut. Ihre kritische Sicht auf die Selbstgefälligkeit mancher Mitglieder unserer "Zunft" hat mich fröhlich schmunzeln lassen. Dass Sie ausdrücklich zu den politischen Verhältnissen Stellung nehmen - aus meiner Sicht ein überaus wichtiger Faktor beim Entstehen, Aufrechterhalten und/oder Verschärfen von seelischem Elend - finde ich sehr notwendig und gelungen. Was den Begriff "Narzissmus" anbelangt, so würde ich Sie gerne auf meine Webseite aufmerksam machen (http://www.oedipus-online.de) - dort mache ich Werbung dafür, diesen Begriff als völlig untauglich aufzugeben. Er birgt die Gefahr, immer wieder Opfer zu Tätern zu machen. Ein Mensch, der hier als großer Experte gilt, Otto Kernberg, kennt in seiner Opferbeschuldigung keine Grenzen: So beschuldigt er z.B. eine Frau, die als Grundschülerin das Opfer sexuellen Missbrauchs durch ihren Vater geworden war, sie habe diese Situation "in typischer Situation ... als einen sexuell erregenden Triumph über ihre Mutter" erlebt; sie müsse "ihre Schuld tolerieren". In einem anderen Fall - ein Mann, der als 12-Jähriger aus einem KZ befreit wurde, in dem seine ganze Familie vor seinen Augen ermordet worden war, der sich später gegenüber der eigenen Familie (wenig konkretisiert) als "absoluter Diktator" gebärdet habe - "analysiert" Kernberg, dass dieser Mann seine Aggression bereits in das KZ hineingebracht haben müsse; solche Aggressionen entstünden nämlich quasi nur an der Mutterbrust, aber nicht in KZ's. Dass nur als weiterer Beleg für die "Verrücktheit" in dieser Zunft. Herzliche Grüße - Dipl.-Psych. Klaus Schlagmann |